Pressespiegel – Bericht der örtlichen Presse über die Handballspiele der Bayernliga Damen aus der Region v. 15.12.2012

>> Spiel HG Zirndorf bei Haspo Bayreuth

HG-Frauen in der Krise – Handballerinnen unterliegen zum dritten Mal in Folge

ZIRNDORF  – Die Frauenmannschaft der HG Zirndorf hat mit 24:28 (7:13) bei Haspo Bayreuth verloren.

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Nur noch Mittelmaß: Ex-Nationalspielerin Kathrin Blacha und die HG Zirndorf sind in der Handball-Bayernliga als Aufsteiger zuletzt ein paar Mal hart gelandet. Foto: Winckler

Mitte der Hinrunde in der Bayernliga der Frauen hatten die Zirndorfer Handballerinnen noch sensationelle Erfolge gegen favorisierte Gegner gefeiert. Inzwischen ist dem Aufsteiger der ganz große Schwung abhanden gekommen. In Bayreuth verließ er bereits zum dritten Mal in Folge die Halle als Verlierer.  Das lässt die Mannschaft von Trainerin Kathrin Blacha in der Tabelle abrutschen. Mit ausgeglichenem Punktekonto nimmt die HG nun nur noch den achten Rang ein.

Gegen formstarke Gastgeberinnen verschliefen die Bibertstädterinnen erneut den Beginn. Haspo ging in Führung und gab diese bis zum Ende nicht mehr ab.  Im Halbfeldangriff fanden die Zirndorferinnen kein Durchkommen. In der Abwehr konnte man die Rückraumschützinnen Körber und Antos zunächst nicht entscheidend am Wurf hindern, und so erzielten diese beiden über die Hälfte aller Bayreuther Treffer.

Mit sechs Toren Rückstand ging es in die Pause. Die Manndeckung gegen Antos schränkte deren Kreise etwas ein, die HG kam nun zu einigen gefälligen Kombinationen. Erneut zeigte die Mannschaft mit einer Lisa Kleinert, die vorne wie hinten immer wieder im Mittelpunkt stand, eine großartige Moral und kämpfte sich bis auf ein Tor (24:25) heran.

Der Blick auf das Endergebnis verrät den Verlauf der letzten Minuten. Bayreuth zog auf zwei Tore davon, Zirndorf entblößte die Abwehr und versuchte mit allen Mitteln, schnelle Tore zu erzielen, aber am Ende stand eine aufgrund der schwachen ersten Hälfte nicht ungerechtfertigte Niederlage.

 

>> Spiel TS Herzogenaurach bei SG Garitz/Nüdlingen

Andrea Berner: „Da kriegst ja nen Herzkaschper“
TSH-Handballdamen drehen mit Rumpfkader die Partie in Garitz – In acht Minuten von 11:18 zum 21:19

HERZOGENAURACH  – „Das wäre nichts für mich, da kriegst ja ,nen Herzkaschper“, kommentierte Herzogenaurachs seit Jahren überragende, derzeit jedoch verletzte Handballerin Andrea Berner ihre Zuschauerrolle beim 26:25 (11:15)-Sieg ihrer Mannschaft bei der „enorm heimstarken“ (O-Ton Trainer Udo Hermannstädter) SG SV Garitz/DJK Nüdlingen.

Allerdings spielt sich die genannte Einschätzung wie mehrfach in anderen Situationen auch vor allem in den Köpfen der TSH-Protagonistinnen ab, denn das unterfränkische Team, mit derzeit 10:16 Punkten und einem Platz im unteren Tabellenviertel, hat durchaus auch schon andere Spiele in eigener Halle in den Sand gesetzt.

Doch schließlich war die SG bislang ein „Angstgegner“ für die Herzogenauracherinnen, nicht zuletzt nach der verheerenden Pleite mit 19:29 Toren vor einem Jahr an gleicher Stelle. Gerade deswegen aber wiegt dieser überraschende Sieg doppelt schwer, denn neben Berner saß ebenso verletzt Luisa Frank auf der Trainerbank neben ihrem „Chef“, wo sie alle schweißtreibenden Höllenqualen eines Coaches hautnah miterleben „durften“.

Nachdem sich kurzfristig auch noch Rechtsaußen Martina Prochaska mit Fieber abgemeldet hatte, reisten die TSH-Frauen lediglich mit zwei Wechselspielerinnen zum Bayernligaspiel an die hessische Grenze. Zudem wurde das Tor allein von Ellen Mauritz gehütet.

Doch irgendwie ist von der grandiosen Moral aus dem Club-Spiel eine Woche zuvor doch etwas haften geblieben, denn in der zunächst aufgeladenen Stimmung konnte man bis zum 5:5 sehr gut mithalten. Dann jedoch begann die große Phase der alles überragenden Linkshänderin Will im rechten Rückraum der Gastgeberinnen, die mit immer wieder identischen, aber perfekt durchgeführten Alleingängen gegen wechselnde Gegnerinnen regelrecht zum Tanz einlud.

Hinzu kam, dass die beiden Schiedsrichter, laut Hermannstädter ansonsten absolute Klasse, einige Unstimmigkeiten mit Spielerinnen beider Mannschaften in Sachen Schrittfehler ausmachten. Allein 15 Mal verlor die TSH auf diese Art den Ballbesitz. Das nutzte Garitz clever und ging blitzartig in Konterangriffe. Wo die Spielerinnen von der Aurach erst die Köpfe schüttelten, hatten die Gastgeberinnen rasch Fakten geschaffen und lagen nach 20 Spielminuten mit 14:7 in Front. Eine Pressdeckung gegen Will sorgte kurzzeitig für eine Ergebniskorrektur zur Pause, als sich die TSH auf 11:15 heran gekämpft hatte.

Nach Wiederanpfiff konterkarierten die Gastgeberinnen zunächst die Pressdeckung der TSH mit gezielten Maßnahmen; und beim Stand von 18:11 deutete vieles auf eine Wiederholung des Vorjahres hin. Plötzlich aber schafften es die Gäste, irgend einen unsichtbaren Schalter umzulegen.

Wie entfesselt stellten sie fortan Spielverlauf und Ergebnis auf den Kopf. Nachdem Mauritz im Tor ins Spiel fand und die Gegnerinnen immer mehr entzauberte, fand endlich auch die Offensive richtig statt. In nur acht Minuten gingen die Gäste mit 21:19 in Front, wobei fast jede von ihnen über einen gelungenen Gegenstoß auch persönliches Selbstvertrauen zurück bekam.

Fortan beherrschte das Hermannstädter-Team die Partie und lag stets mit zwei, drei Toren vorne, während in der Halle fast eine besinnliche Adventsstimmung Einzug hielt, unterbrochen allein vor den sich durchweg anfeuernden Gästeakteuren.

Auch wenn es letztlich wieder ein um sich greifendes Teamwork war, das den Sieg ermöglichte, gab es doch vier Spielerinnen, die besondere Akzente setzten. Viktoria Egle läuft langsam zur Höchstform auf und wurde für ihre Mannschaft zum Pendant von Garitz-Ass Will, indem sie bei den gegnerischen Abwehrspielerinnen mit explosiven Haken reihenweise Kreislaufprobleme auslöste.

Nesthäkchen Tanja Küffner zeigte auf Rechtsaußen eine grandiose Leistung und wirkte gerade in wichtigen Phasen erfreulich abgeklärt, während Tanja Schorradt am Kreis den Ausfall von Mergner mit großer Dynamik vergessen ließ. Mauritz im Tor brauchte eine längere Anlaufphase, um danach aber jener tolle Rückhalt wie vor drei Jahren im Aufstiegsjahr zu werden.

Hermannstädter war voll des Lobes: „Toll, wie sich die Mädels auch diesmal zu fangen wussten, großartig ihre Moral und vielleicht ist es ja besser, nicht zu viele unzufriedene Wechselspielerinnen auf der Bank zu haben, der Zusammenhalt ist so jedenfalls vorbildlich.“

TSH: Mauritz; List, Antos 1, Müller-Tegel 1, Kräck 2, Wölfel 2/1, Küffner 6, Schorradt 5/1, Egle 9/1.

 

Quelle:  www.nordbayern.de

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