Ein echter Pokalkrimi – nichts für schwache Nerven!

BHV-Pokal Viertelfinale (Molten-Cup)
HG Zirndorf – TS Herzogenaurach 22:18 (6:10)

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In einem Spiel was alles bot, was zu einem Pokalfight und einem Lokalderby gehört, bezwang am Ende die HG Zirndorf das Team von TS Herzogenaurach mit 22:18 und zieht somit, wie bereits im Vorjahr, ins Final-4 Pokalendturnier ein.

Lang sah es aber nicht danach aus und über die ganze erste Hälfte führten die Gäste. Das kampfbetonte und schnelle Match war vorallem von den Abwehrreihen und Torfrauen geprägt. Viele Angriffe – vorallem auf Zirndorfer Seite blieben in der sehr beweglichen und gut gestaffelten TS-Abwehr hängen. Es war kaum eine Lücke zu finden und auch der Kreis war immer gut abgedeckt.

Rückraumwürfe und selbst klarste Chance aus Tempogegenstößen oder vom 7-Meter-Punkte wurden dazu für die überragend aufspielende Ellen Mauritz im Tor der Herzogenauracherinnen pariert. So gelangen den Bibertstädterinnen in 15 Minuten gerade mal 3 Tore – dagegen standen schon 7 Gegentreffer auf der Anzeigetafel. Höchste Zeit für Trainerin Kathrin Blacha eine Auszeit zu nehmen und das Team nochmal neu einzustellen und personelle Veränderungen vorzunehmen.

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Doch auch die nächsten 5 Minuten brachten zumindest was die Angriffbemühungen von Zirndorf angingen erstmal keine Änderung und das Ergebnis mit 3:7 hatte auch nach 20 Spielminuten noch Bestand. Doch was sich hier schon langsam zeigte, dass nun auch die Abwehr der Zirndorferinnen sich immer besser auf den Gegner einstellte und vorallem jetzt auch die Kreisanspiele auf Lena Mergner unterbunden werden konnten.

Auch sonst taten sich die Schützlinge von Udo Herrmannstädter immer schwerer eine Lücke im Zirndorfer Abwehrverband zu finden. Dazu steigerte sich nun auch Bianca Urban mit zunehmender Spieldauer und stand nun ihrer gegenüber in nichts mehr nach. Über ein 5:8 nach 25 Spielminuten stand es dann zur Halbzeit 6:10 für Herzogenaurach – das allein zeigte wie selten ein Angriffserfolg bei beiden Teams zum Torerfolg führte.

Nach der Halbzeit erstmal dasselbe Bild und den Herzo-Damen gelang erneut das erste Tor und über 6:11 und 7:12 stand es nach 35 Minuten dann 8:13 und als Zirndorf-Fan durfte man nichts Gutes ahnen. Zu dieser Zeit gelang zwar Zirndorf immer wieder der Torerfolg, doch die Gäste hatten immer die passende Antwort und der Vorsprung konnte sogar noch von 4 auf 5 Tore ausgebaut werden.

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Doch dann kippte das Spiel komplett und jetzt schien scheinbar die Pausenansprache von Kathrin Blacha und Co-Trainer Matthias Schuh zu greifen. Die Abwehr arbeite noch konsequenter und ließ wenig zu und Bianca Urban im Tor vernagelte jetzt förmlich ihr Tor und parierte alles was auf Ihren Kasten kam. Dazu gelang es nun auch, die Effizienz im Abschluss zu steigern und so gelang mit einem 7: 0 Lauf innerhalb von nur knapp 10 Spielminuten. Begünstig wurde dies auch durch die ständige Unterzahl der TS-Damen die oft die Zirndorfer Angriffbemühungen nur noch mit entsprechenden Fouls stoppen konnten.

Doch die Gäste kamen nochmal zurück und  glichen wieder auf 15:15 aus und jetzt war es ein echter Pokal-Krimi. Das Spiel wog nun hin und her und es war ein echter Schlagabtausch beider Teams auf einem hohen Bayernliganiveau. Wer nun dachte das es nun wieder kippen könnte und die HG erneut einbricht sah sich schnell vom Team eines besseren belehrt und es folgten erneut vier Tore in Folge und eine 19:15 Führung zur 54. Spielminute.

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Doch die Partie war noch nicht gelaufen und die Herzogenauracher Damen steckten noch nicht auf. Förmlich angepeitscht vom Ihrem Trainer, der wild gestikulierend am Spielfeldrand stand, wurde alles versucht um doch noch die Wende herbei zu führen.

Eine der Maßnahmen war ein Torwartwechsel und es stand nun mit Daniela Leschke eine Feldspielerin auf Seiten der Herzogenauracher Damen im Tor. So konnten die Gäste zum Stand von 19:17 wieder zwei Tore aufholen und es waren zu diesem Zeitpunk noch knapp zwei Minuten zu spielen. Doch eine Strafzeit gegen die Gäste und das Iris Blankenship für Zirndorf den fälligen 7-Meter dann auch nervenstark verwandelte, brachte die HG Zirndorf endgültig auf die Siegerstraße.

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Mit großem Jubel der bis auf den letzten Platz vollen Jahnturnhalle stand am Ende ein 22:18 Erfolg auf der Anzeigetafel. Doch die Partie war weit dramatischer als das Schlussergebnis, welches eine mehr oder weniger klare Sache andeutete.

Beide Mannschaften haben sich ein tolles Match geliefert und viel Werbung für den Damenhandball betrieben. Es war große Unterhaltung am späten Sonntagnachmittag für das Publikum unter denen auch viele von anderen Vereinen dabei waren.

Für Zirndorf heißt es nun Daumen drücken im Final-4. Immerhin halten sie die Fahne Mittelfrankens hoch und sind der einzige Vertreter der Region. Mit ein bisschen Glück darf man am 1. Mai 2013 vielleicht auf einen erneuten Handball-Leckerbissen hoffen, weil man Vereinsseite erfahren durfte, dass man sich um die Ausrichtung des Final-4 Turnier in Zirndorf bewerben wird. Da es in 2012 mit Ismaning im Süden statt gefunden hat, bestehen gute Chance, dass diesmal ein Nordverein zum Zuge kommt.

Die Torschützen der HG Zirndorf:
Meike Fenn 3, Lisa Kleinert 7, Iris Blankenship 7/5, Kerstin Herberth 3, Claudia Blasch 1, Anja Häberer 1

Die Torschützen der TS Herzogenaurach:
Janka Kräck 1, Viktoria Egle 1, Nina Bestle 1, Tanja Schorradt 3, Martina Prochaska 4, Lena Mergner 6/3, Andrea Berner 1

Strafzeiten:
HG Zirndorf 2
TS Herzogenaurach 5

Schiedsrichter:
Daniel Langner / TSV Weitramsdorf –   Florian Müller / HG Ansbach
Pfiffen eine konsequente und klare Linie und leiten die Partie souverän!

Hier noch alle Ergebnisse der Viertelfinalbegnungen der Damen im BHV-Pokal
(die fett markierten Teams ziehen ins Final-4 ein!):

HCD Gröbenzell – HaSpo Bayreuth       24 : 23
ASV Dachau – TSV Ismaning II              30 : 17
HG Zirndorf – TS Herzogenaurach         22 : 18

Die Partie HSG Würm-Mitte – TSV Ottobrunn findet erst am Donnerstag 28.03.2013 statt!

Hier noch alle Ergebnisse der Viertelfinalbegnungen der Herren im BHV-Pokal
(die fett markierten Teams ziehen ins Final-4 ein!):

HSG Kirchheim/Anzing – SG DJK Rimpar       30 : 36
TSV Winkelhaid – HSC Bad Neustadt              20 : 26
TSV Allach – TSV Ismaning                                25 : 19
TSV Friedberg II – TSV Simbach                     35 : 31

Hier hat leider der TSV Winkelhaid die Sensation gegen den Drittligisten aus HSC Bad Neustadt verpasst und somit ist hier kein Team aus der Region beim Final-4 dabei.

 

Nachfolgend noch ein paar Bilder von der Pokalpartie HG Zirndorf – TS Herzogenaurach:     

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