Damen der HG Zirndorf schaffen die Wende im Auswärtsspiel beim 1.FCN

1.FC Nürnberg Handball – HG Zirndorf 18:21 (11:8)

1. FC Nürnberg - HG ZirndorfGleich zum Saisonauftakt der Damen Bayernliga gab es wie schon im Vorjahr erneut das Derby zwischen dem 1.FC Nürnberg Handball und der HG Zirndorf. Im Vorjahr fand jedoch die erste Begegnung gleich zum Auftakt in Zirndorf statt und für die Zirndorferinnen war es die erste Partie in der Bayernliga. Damals führte man lang im Spiel und musste am Ende eine doch deutliche Schlappe mit 30:40 hinnehmen und auch das Rückspiel ging dann zum Auftakt der Rückrunde in Nürnberg verloren.

Also keine guten Aussichten für Zirndorf, wenn man auf die Vorsaison zurück blickt. Doch wie heißt es so schön „Neues Spiel, neues Glück!“ und die Karten wurden neu gemischt. Beide Teams mussten Veränderungen hinnehmen gegenüber der Vorsaison über welche ja schon berichtet wurde.

So war der Anfang in der Partie auch sehr verhalten und das gesamte Niveau der Partie durfte man als durchschnittlich für die Spielklasse ansehen. Es dauert auch bis zur 4. Spielminute bis es in der für Bayernliga-Verhältnisse sehr torarmen Partie dann auch 0:1 für die Gäste stand, nach dem Anja Häberer einen Tempogegenstoß erfolgreich abschloss.

Von Anfang an drückten beide Torfrauen Ihren Stempel der Partie auf. Auf Seiten des Gastgebers stand die erfahrene Elke Kottenstein beim Club zwischen den Pfosten. Die Gäste aus Zirndorf waren nur mit Bianca Urban im Tor angereist, welche auch von Anfang an eine Top-Leistung bot und damit ihrer Gegenüber in nichts nachstand.

Es dauert dann auch bis zur 7. Spielminute bis überhaupt mal das zweite Tor zu verzeichnen war – das war der erste 7-Meter für den FCN den Alexandra Kitza zum Ausgleich verwandelte. Bis zur 10. Spielminute der ersten Hälfte gelang es dann auch den Club-Damen eine kleine Zwei-Tore-Führung herauszuspielen. Doch diese egalisierten die Gäste aus Zirndorf dann wieder und konnten selbst in der 17. Spielminute mit 6:5 in Führung gehen.  Die anschließenden zwei Strafzeiten gegen Zirndorf für Melanie Kopp und Anja Häberer konnten die FCN-Damen ausnützen und legten hier den Grundstein für die 11:8 Pausenführung.

Zu Beginn der 2ten Hälfte dann das gleiche Bild wie vor der Pause.  Die Gastgeberinnen waren am Drücker und Zirndorf gelang lediglich ein Treffer. So stand es in der 38. Spielminute dann 15:9 für die Heimmannschaft und bei der HGZ wollte in dieser Phase so gar nichts klappen. Als so langsam die Hoffnungen des Zirndorfer Anhangs schwanden und man sich schon fast auf eine Auftakt-Niederlage eingestellt hat wendete sich plötzlich das Blatt. Der Zirndorf-Express angetrieben durch Lisa Kleinert, Melanie Kopp und der quirligen Anja Häberer auf der Außenposition begann nun Handball zu spielen und es gelang nun zum einen in der Abwehr Beton anzurühren und keine Tore der Cluberinnen mehr zu zulassen und dafür aber im Gegenzug auch selbst über Konter und vor allem in den 1:1 Situationen mit dem entsprechenden Zug zum Tor auch die vorher fehlenden Treffer zu markieren.

Damit gelang eine Aufholjagd und nach 5 Toren in Folge für die Gäste zog Club-Trainer Michael Fuchs die Reißleine und nahm die Auszeit um sein Team nochmal wach zu rütteln. Doch der Erfolg blieb aus und kurz nach der Auszeit konnten die Zirndorfer dann in der 45. Spielminute durch die immer stärker werdende Anja Häberer dann auch den Ausgleich markieren.

Danach wurde dann zwar mit einer Top-Chance im Tempogegenstoß die Möglichkeit zur erstmaligen Führung im 2ten Spielabschnitt vergeben, doch kurze Zeit später netzte dann Melanie Kopp ein und es stand 15:16 für die HG Zirndorf.

Nürnberg kam zwar nochmal zurück und Marina Raab gelang noch einmal der Ausgleich zum 16:16 in der 49. Spielminute. Doch auch dies warf die Gäste aus der Bibertstadt nicht mehr aus der Bahn und sie merkten nun das hier heute doch erstmals gegen den Club in der Bayernliga was zu holen ist. So sorgte in der Folgezeit erneut das Trio Häberer, Kopp und Kleinert für drei Treffer und bauten so die Führung bis zur 53. Spielminute auf 16:19 aus.

Auf der Siegerstraße gelang nun den Gästen auch endlich das, was vorher 40. Spielminuten einfach nicht funktionierte und auf der Gegenseite wollte gar nichts mehr gelingen und selbst ein Tempogegenstoß konnte nicht im Netz untergebracht werden, weil hier Bianca Urban im Kasten der Zirndorfer was dagegen hatte und glänzend parierte.

Die Damen aus Zirndorf ließen nun nichts mehr anbrennen. Anette Scholz gelang nach zwei Fehlversuchen zu vor  ihr Tordebüt in der Bayernliga mit einem schönen Rückraumtor und Claudia Blasch machte mit 16:21 in der 58. Spielminute dann auch endgültig den berühmten Sack zu. Dem FCN gelangen zwar am Ende noch zwei Tore, aber mehr als Ergebniskosmetik zum Endstand von 18:21 war dies nicht mehr.

Elke Kottenstein - Torfrau des 1.FC NürnbergAuf Seiten der 1.FC Nürnberg Damen gefiel neben der souverän agierenden Torfrau Elke Kottenstein vorallem auch Alexandra Kitza die auf ihrer Mitteposition überzeugte und auch alle vier Siebenmeter verwandelte. Dazu noch Marina Raab, die nicht nur als flinke Linkshänderin auf der Außenposition die Tore erzielte sondern auch sonst für viel Betrieb im Angriffsspiel des Clubs sorgte und mit 6 Toren auch erfolgreichste Torschützin in Reihen des Clubs war.

Bei den Gästen aus Zirndorf zeigte Bianca Brunner im Tor eine starke Partie. Dazu überzeugten das schon erwähnte Trio Anja Häberer, Lisa Kleinert und Melanie Kopp welche auch 16 der 21 Treffer des Spiels erzielten.

Wir befragten danach auch Jürgen Heubeck, Trainer der Zirndorfer Damen zum Spiel. Er meinte, dass sein Team fast 40. Minuten nicht zum Spiel gefunden hat. Die Abwehr stand zwar gut, aber im Angriff hat die Mannschaft quasi nicht stattgefunden. Umso mehr hat ihn dann die Trotzreaktion seines Teams beeindruckt, die dann ein schon verloren geglaubtes Spiel noch gedreht haben. Grundlage für den Sieg war, dass man ab der besagten 40. Spielminute in der Abwehr sehr gut gearbeitet hat und gut gestaffelt und sehr bewegliches nichts mehr zuließ. Dazu dann auch endlich im Angriff die entsprechende Durchschlagskraft brachte und über Tempogegenstöße und 1:1 Situationen zu den entsprechenden Toren kam und die sich auftuenden Räumen auch genutzt hat. Den Grund für die lange Durststrecke im Spiel sah Heubeck vor allem darin, dass die doch deutliche Niederlage der Vorwoche im Pokal bei Winkelhaid noch in den Köpfen der Spielerinnen war und er auch eine hohe Nervosität im Team hatte, die lange nicht abgelegt werden konnte.

Natürlich haben wir auch den Trainer der 1.FCN Damen Michael Fuchs zum Spiel interviewt und um seine Meinung zum Spiel gebeten. Er war überrascht über die doch deutliche Führung mit 15:9 bis zur 38. Spielminute. Was sich danach abspielte fasste Fuchs mit dem Wort „BITTER „ zusammen. Sein Team zeigte auf einmal eine sehr unkonzentrierte und schwache Abwehrleistung und bot so den Gästen die Räume, welche es vorher nicht gab. Er lobte aber auch die Zirndorferinnen und sprach ihnen sein Kompliment aus, da sie nach so einem Rückstand dann dennoch wieder zurück gekommen sind und immer Torhungrig blieben und am Ende diese Partie auch noch drehen konnten.

Die Frage, ob es denn an dem jungen Durchschnittsalter seines Teams und der vielleicht noch fehlenden Erfahrung in der höchsten bayerischen Spielklasse gelegen hat, verneinte Fuchs jedoch klar. Aus seiner Sicht waren es zum einen die Unkonzentriertheiten die am Ende das Spiel noch kippen ließen. Zum anderen sah er die Gründe im fehlenden Rückraum seiner Mannschaft. Damit fehlten die Alternativen im Positionsangriff und es fehlten die Möglichkeiten gegen den in dieser Phase starken Zirndorfer Abwehrverband. Dazu noch die körperliche Unterlegenheit der sehr jungen Spielerinnen, welche sich vor allem dann zum Ende hin in den 1:1 Situationen zeigte.

7-Meter
1.FC Nürnberg  4/4
HG Zirndorf 3/2

2-Minuten Strafen
1.FC Nürnberg 2
HG Zirndorf 2

Torschützen des 1.FC Nürnberg Handball
Marina Raab 6, Alexandra Kitza 4/4, Elena Tischner 3, Nadja Pisu 3, Laura Pisu 1,
Ringler 1

Torschützen der HG Zirndorf:
Anja Häberer 6, Lisa Kleinert 6, Claudia Blasch 3, Nina Custovic  1/1, Melanie Kopp 4/1, Anette Scholz 1

Links:
Zum Bericht des 1.FC Nürnberg Handball auf Facebook
Bilder vom 1.FCN auf deren Facebook-Seite

Schreib einen Kommentar