DHB-Team muss um EM-Teilnahme 2014 bangen

 

DHB-TeamDie Farbe Schwarz-Rot-Gold könnten an der 11. Handball EM 2014 in Dänemark fehlen!


Erstmals könnte eine Handball-EM ohne Deutschland stattfinden. Im vorletzten Qualifikationsspiel in Montenegro kassierte das ersatzgeschwächte DHB-Team eine Niederlage und ist nun auf Schützenhilfe angewiesen.

Montenegro – Deutschland 27:25 (13;11)

Schon die Vorzeichen zum Spiel waren denkbar ungünstig. Mit Tobias Reichmann (Bänderriss im Sprunggelenk), Sven-Sören Christophersen, Steffen Fäth (beide Einriss der Patellasehne), Christoph Theuerkauf (Hüft-Operation), Christian Dissinger (Kreuzbandriss) und Michael Kraus (Abitur-Prüfungen) musste die deutsche Nationalmannschaft auch gleich sechs Spieler verzichten.

2500 Zuschauern und 300 Sicherheitskräften im Sportcenter Moraca von Podgorica sahen einen nervösen Auftakt der DHB-Auswahl, die sich gegen die offensive 3:2:1-Deckung der Gastgeber sehr schwer tat und vorallem kaum Akzente aus dem Rückraum setzen konnte. Das belegten auch die fünf Fehlwürfe in den ersten zehn Minuten der Partie.

Doch auch Montenegro hatte so im Rückraum seine Probleme und der Gastgeber tat sich mit der von Abwehrchef Oliver Roggisch gut gestaffelten 6:0 Abwehr sehr schwer. In der hart umkämpften Partie stand es nach gespielten 20 Minuten gerade mal 7:7 was aus Sicht der Abwehr ein ordentliches Ergebnis war.

Doch im Angriff konnte das deutsche Team keine Struktur ins Spiel bringen. Es fehlte ein Spieler der das Heft in die Hand nahm und so wurde die Verantwortung auf alle verteilt, was zur Folge hatte, dass die die ersten sieben Treffer auch von sieben verschiedenen deutschen Spielern erzielt wurden. Daran konnte auch eine 11:9 Führung nichts ändern, die man in der 26. Spielminute noch inne hatte – am Ende musste man noch einen 4:0 Lauf der Gastgeber vor Ende der ersten Halbzeit hin nehmen und lag zur Pause mit 11:13 im Rückstand.

Auch zu Beginn des zweiten Spielabschnitts gelang es zunächst keinem der beiden Teams, sich entscheidend abzusetzen. Die DHB-Auswahl ließen einige Großchancen leichtfertig liegen und so lag Montenegro in der 40. Spielminute immer noch mit 2 Toren beim Stand von 16:14 in Führung.

Mit dem „gewinnen müssen“ im Kopf wurden nun die Angriffsbemühungen der Deutschen immer hektischer und jegliche Ordnung und Struktur gingen nun endgültig verloren. Dazu wurde auch die Abwehr im leichter vom Gegner überwunden.

Danach agierten die Gäste immer hektischer. Im Angriff gab es in dieser Phase keine gelungene Aktion mehr, und auch in der Abwehr wurden die Probleme immer größer.  Die Folge war ein 16:20-Rückstand und nur noch 15 Minuten zu spielen. Doch das DHB-Team kämpfte sich zurück in die Partie und beim 19:20 war man in der 50. Spielminute wieder dran und damit auch die Hoffnung das Spiel noch siegreich zu beenden.

Doch Kontinuität war leider an diesem Tag keine Tugend des deutschen Team und so verlor man schnell wieder an Boden und mit 22:19 und 24:21 zogen die Gastgeber erneut davon und schafften damit bei nur noch vier Minuten Restspielzeit die Vorentscheidung. Jedes hart erkämpfte Tor der DHB-Auswahl wurde jetzt mit einem Gegentreffer beantwortet und das sogar in Unterzahl nach einer Hinausstellung von Vujovic kurz vor Spielende.

Am Ende stand eine 27:25 Niederlage der deutschen Mannschaft auf der Anzeigetafel und damit stand man, nach der Hinspielniederlage in Mannheim, wo man mit 31:27 gegen Montenegro verloren hatte, erneut mit leeren Händen da.

Rade-MijatovicEin wichtiger Faktor war heute sicherlich Rade Mijatovic, der Torwart von Montenegro, der deutlich mehr Paraden zeigte als sein Gegenüber Silvio Heinevetter, in der Schlussphase konnte da auch Carsten Lichtlein keine Pluspunkte mehr sammeln.

Nun beginnt beim Deutschen Handballbund (DHB) das große Zittern. Denn um sicher für die EM qualifiziert zu sein, hätte das DHB-Team heute gegen Montenegro und dann in der letzten Partie der Qualifikation zu Hause gegen Israel am Samstag den 15. Juni gewinnen müssen.

Da Tschechien 30:24 (13:11) in Israel gewann, fiel Deutschland in der Tabelle der Gruppe 2 auf Rang drei (4:6 Punkte) hinter Montenegro (8:2) und den Tschechen (6:4) zurück. Nun muss die letzte Partie gegen Israel unbedingt gewonnen werden und gleichzeitig braucht man die Schützenhilfe der bereits sicher qualifizierten Montenegriner, die ihr Spiel am Samstag gegen Tschechien gewinnen müssen.

Sollte Deutschland die Qualifikation verpassen, wäre dies die erste EM seit 1994, wo das Turnier ins Leben gerufen wurde, welches ohne deutsche Beteiligung statt finden würde. Nach einem 2ten Platz im Jahr 2002 hatte man mit dem Titelgewinn im Jahr 2004 in Slowenien den grössten Erfolg in der noch jungen Geschichte der Handball Europameisterschaft.

Daten zum Spiel:

Montenegro: Grbovic (7 Tore), Lasica (4), Mrvaljevic (4/1 Siebenmeter), Sevaljevic (3), Kapisoda (3), Markovic (3), Milasevic (3), Perisic (2), Vujovic (1)

Deutschland: Wiencek (5 Tore), Schmidt (4), Groetzki (3), Haaß (3), Glandorf (2), Klein (2/1 Siebenmeter), Kneer, Sellin (2/1), Weinhold (2)

Zeitstrafen:      Montenegro 4     Deutschland 2
Siebenmeter: Montenegro 2/1   Deutschland 3/2

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