Damen der HG Zirndorf gewinnen Derby gegen TS Herzogenaurach

DAMEN BAYERNLIGA
HG ZIRNDORF – TS HERZOGENAURACH 20:19 (10:9)

HG Zirndorf - TS HerzogenrauchEs war wieder eines dieser legendären, emotionalen und hoch spannenden Derbys von denen es schon so viele in der jüngeren Vergangenheit gab und die wie schon zu gemeinsamen Landesligazeiten nun auch in der Bayernliga immer wieder mitreisende Spiele zwischen den beiden Teams bietet, die gerade mal was die Entfernung angeht knapp 20 Kilometer auseinander liegen.

Auch diesmal bot die Partie alles was Handball so ausmacht und die Zuschauer sahen eine temporeiche und kampfbetonte Partie die dennoch  sehr fair von beiden Teams geführt wurde und 60 Minuten lang spannend war, weil keines der Team sich zu einem Zeitpunkt im Spiel entscheidend absetzen konnte.

Die HG Zirndorf zeigte dabei eine engagierte Leistung und man merkte von der ersten Sekunde an, dass Sie am heutigen Abend die Negativserie von drei Niederlagen in Folge beenden wollten und keinesfalls eine erneute Heimniederlage hinnehmen möchten. So spielte das Team, welche verletzungsbedingt auf Sabrina Zehmeister und Nina Custovic verzichten musste, sehr beweglich in der Abwehr und variantenreich im Angriff. Positiv bemerkbar machte sich hier auch die Rückkehr von Iris Blankenship die erstmals in der Vorwoche nach Verletzung in der neuen Saison im Team stand und in der aktuellen Saison ihr Heimdebüt hatte sowie Melanie Kopp die nach 4-wöchigem Ausfall wieder mit an Bord war.

Bianca Urban im Tor der HG Zirndorf bot eine Top-Leistung in diesem Match

Bianca Urban im Tor der HG Zirndorf bot eine Top-Leistung in diesem Match

Da man auf Seiten der Gastgeberinnen wusste, das bei der TSH wenig aus dem Rückraum kommen würde, bot man dem Gegner eine kompakte 6:0 Abwehr als Bollwerk. Anfängliche Wurfversuche von Herzogenauracher Seite aus dem Rückraum gingen dann auch meist am Tor vorbei oder waren sichere Beute von Bianca Urban im Tor der Zirndorferinnen die an diesem Tag am Ende einer der Matchwinnerin im Team war. So suchte Herzogenaurach immer wieder ihren Kreis, wo sie mit Lena Mergner eine Top-Spielerin haben die am Ende auch sechs Tore für sich verbuchen konnte oder agierten über die schnellen Außen, die auch immer wieder Akzente setzen konnten.

Die HGZ-Damen dagegen waren sehr variabel im Angriffspiel. Immer wieder setzte man Ballgewinne in der Abwehr in Tempogegenstöße um oder Bianca Urban gab nach Paraden gefährliche Steilpässe auf die enteilten, schnellen Außen. Dazu hat man mit Lisa Kleinert ja auch eine Kreisspielerinnen die zu den Top-Spielerinnen der Liga gehört und durch gute Anspiele ihrer Mitspielerinnen immer wieder in Szene gesetzt werden konnte. Wurde vom Gegner in der Abwehr Beton angerührt, so gab es auch noch gute Möglichkeiten aus dem Rückraum wo man ebenfalls sehr variabel agierte. Doch diese Versuche waren an diesem Tag meist sichere Beute der ebenfalls starken Torfrau Martina Ebersberger im Gehäuse der TSH-Damen.

P1090394XDoch nun haben wir da noch das berühmte Wort eigentlich, das meist besagt, dass es anders kam als es so am Feld ausgesehen hat. So auch in dieser Partie, welche eigentlich hätte Zirndorf klar gewinnen müssen, wenn man alleine mal das Chancenverhältnis sieht. Doch im wahrsten Sinn des Wortes verballerte man einfach zu viel. Ständig hörte man das Geräusch von Aluminium, wenn mal wieder der Ball an Latte oder Pfosten klatschte, wo 15 Mal an diesem Abend glaube ich nicht reichen. Dazu gingen reichlich Bälle am Tor vorbei und sogar beste Einwurfmöglichkeiten bei Tempogegenstößen setzte man ans Gebälk oder man scheiterte an der TSH-Torfrau.

So war die Torausbeute trotz vieler Chancen mager. Doch dies war hüben wie drüben so, weil auf Seiten der Zirndorfer eben die bereits erwähnte Bianca Urban im Tor war und ihre ehemaligen Mitspielerinnen fast zum Verzweifeln brachte. Sie entschärfte 100%ige und ließ wenig zu. Damit machte sie die Abschlussschwäche ihres Teams weg und hielt dieses im Rennen.

Psychologisch wichtig war hier am Ende dann wohl auch, das es den Zirndorferinnen gelang, die Führung welche sich beim 7:6 Mitte der ersten Halbzeit erstmalig erkämpften, auch nicht mehr hergaben. Es gelang zwar den Herzogenauracherinnen mehrfach sowohl in der ersten wie auch in der zweiten Halbzeit diese nochmal zu egalisieren und den Spielstand auf unentschieden zu stellen, doch konnten sie ihrerseits nie in Führung gehen und rannten so immer wieder einem  Ein- oder Zwei-Tore-Rückstand hinterher der lediglich beim 14:11 mal 3 Tore für Zirndorf betrug.

So stand es auch kurz vor Ende wieder 18:18 unentschieden und der Ausgang der Partie war noch völlig offen. In dieser entscheidenden Phase bewies nun Zirndorf aber Nervenstärke und es gelang den HG-Damen erneut einen zwei Tore Vorsprung heraus zu spielen. E s sollte die Vorentscheidung sein, denn die Gäste konnten diesen auf Grund der knappen Restspielzeit auch nicht mehr aufholen. Obwohl sie nochmal alles versuchten und mit einer offensiven Deckung auf schnelle Ballgewinne hofften, gelang lediglich noch wenige Sekunden vor Schluss der Anschlusstreffer zum 20:19 auf Seiten der TSHlerinnen, was dann auch der Endstand war.

K-P1090457Nach der Schlusssirene merkte man die Tonnenlast, die vom Team der HG Zirndorf abfiel und man feierte ausgelassen zusammen mit den zahlreichen Zuschauern in der Halle, welche mit stehende Ovationen den Sieg und die mitreisende Damen Bayernliga Partie honorierten.

Die HG Zirndorf hat damit nun ein ausgeglichenes Punktekonto (8:8) und rangiert damit in der sehr ausgeglichenen Bayernliga auf Platz 5. Die Damen der TS Herzogenaurach haben nun 7:9 Punkte und sind damit auf dem 7ten Tabellenrang. Beide Teams treten in der kommenden Woche am Sonntag an. Dabei erwarten die Herzogenauracherinnen den Kissinger SC in heimischer Halle und die Zirndorferinnen müssen zu ESV Regensburg II reisen.

HG ZIRNDORF:
Bianca Urban, Franzi Ruzicka (beide Tor),
Svenja Pfrengle, Melanie Kopp 3, Meike Fenn 5/2, Annette Scholz, Lisa Kleinert 5, Stefanie Urban, Julia Matlok 1, Claudia Blasch 2, Evi Vogt, Iris Blankenship 3/1, Anja Häberer 1

TS HERZOGENAURACH
Martina Ebersberger, Franziska Scheidler (Tor)
Janka Kräck 1, Sarah Stephan, Viktoria Egle 6/4, Susanne List 2, Tanja Küffner 2, Lena Mergner 6, Andrea Berner 2, Kerstin Orend

ZEITSTRAFEN                   HG Zirndorf   4                  TS Herzogenaurach 1
7-METER                              HG Zirndorf   4/3              TS Herzogenaurach 4/4

SPIELFILM DER PARTIE:
0:1 – 2:1 – 3:2 – 3:5 – 4:6 – 7:6 – 9:7 – 10:9 (P)
11:9 – 13:10 – 14:13 – 16:14 – 16:16 – 18:18 – 20:18 – 20:19 (E)

LINKS ZUM SPIEL:
Bericht der TS Herzogenaurach zum Spiel

BILDER DER PARTIE

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