Am Ende reicht es leider nicht zur Sensation, die in der Halbzeit noch möglich schien

Deutschland – Spanien 24:28 (14:12)

Natürlich fällt es nach der Niederlage des deutschen Teams schwerer einen Bericht zu schreiben und als Fan ist man natürlich auch enttäuscht, dass es am Ende doch nicht zur Sensation gereicht hat, die zur Halbzeit noch möglich schien. Lag man doch noch zur Halbzeit mit 2 Toren in Front und brachte nicht nur das spanische Team ganz schön aus dem Tritt, sondern sogar die Halle zum Staunen.

Die erste Halbzeit begann auch gleich mit einer Parade von Heinevetter – im Gegenzug traf dann gleich Steffen Weinhold zum 1:0 für das deutsche Team. In der gesamten ersten Hälfte spielte man mit den Spaniern auf Augenhöhe und konnte nach 12 Minuten erstmals mit 2 Toren in Führung gehen. Die Spanier glichen zwar nochmal aus, aber bis zur Pausensirene konnte nochmals erneut ein 2 Tore Vorsprung zum Halbzeitstand von 14:12 herausgespielt werden.

In der ersten Spielhälfte war das deutsche Team extrem effektiv und schon nach knapp 12 Minuten verließ der unglücklich agierende Sterbik beim spanischen Team das Tor und Sierra spielte fortan. Auf deutscher Seite war neben einer starke Abwehrreihe in der körperlich sehr intensiven Partie und die weltklasse Leistung von Heinevetter der Garant dafür, dass man den Spaniern nur 12 Tore in Hälfte eins zugelassen hat.

Im Angriff waren es auf deutscher Seite vorallem die Kreisanspiele und der Rückraum der hier die Tore brachte, während auf Seiten der Spanier der erste Spielabschnitt fast schon zur One-Man-Show von Tomas wurde.

In der 2ten Hälfte musste man dann schon in Unterzahl beginnen – resultierend aus einer 2 Minuten Strafe die 3 Sekunden vor Ende der ersten Hälfte noch ausgesprochen wurde. Dies nutze das Top-Team aus Spanien eiskalt und egalisierte hier sofort den Rückstand. Doch Deutschland kam zurück und konnte den Lauf bis zur 41. Spielminute stoppen und dann sogar in eine 19:18 Führung umwandeln. In dieser Phase gab es auf deutscher Seite viel Balleroberungen in der Abwehr und die Tempogegenstöße brachten die Tore – doch leider ließ man in dieser Phase auch beste Chancen liegen oder der immer stärker werdende Sierra zwischen den Pfosten der Spanier parierte die Würfe.

Spanien agierte jetzt auch in der Abwehr nicht mehr so offen und vorallem nicht mehr so vorgezogen und setzte alles daran die deutschen Kreisanspiele zu unterbinden – dies gelang auch immer besser und im Positionsangriff war es immer schwieriger eine Lücke in der starken Abwehrreihe zu finden. Es kam immer öfters zum Zeitspiel und schnelle Abschlüsse brachten leider nicht den gewünschten Torerfolgt.  Nach dem 20:20 zur Mitte der 2ten Halbzeit zog Spanien bis 7 Minuten vor Schluss mit 24:21 davon. Begünstigt war dies auch von etlichen Strafzeiten auf deutscher Seite mit der daraus resultierenden Unterzahl.

Nun hatte Spanien die gewohnte Sicherheit und obwohl das deutsche Team mit einer offensiven Deckung und einem Spieler als Torwart, der dann 7ter Feldspieler war alles versuchte konnte man nicht mehr entscheidend verkürzen. Es gelang zwar noch der Schlusspunkt – aber mehr als Ergebniskosmetik war dies nicht mehr und die Partie zu diesem Zeitpunkt längst zu Gunsten Spaniens entschieden, die am Ende mit 28:24 die Partie gewonnen haben und damit ins Halbfinale einziehen. Hier trifft man auf das Team von Slowenien, die nach einem 28:27 Sieg über Russland erstmals in ihrer Handballgeschichte in ein Halbfinale einer Handball WM einziehen.

Stärkste Werfer auf Seiten der Spanier waren der Kreisspieler Aguinagalde der mit seinen über 110 kg kaum in den Griff zu bekommen war und der Rechtsaußen Tomas der die deutsche Abwehr ein ums andere Mal zum verzweifeln brachte und ein sehr zuverlässiger Schütze ist.

Im deutschen Team waren die Tore wieder breit gestreut und insgesamt konnten sich 9 deutsche Spieler in die Torschützenliste eintragen. Bester Werfer war Christophersen mit 6 Toren.

Als Fazit bleibt, dass die DHB-Auswahl eine überzeugende WM gespielt hat und viel mehr geleistet und erreicht hat als ihr am Anfang zugetraut wurde – vorallem als auch noch das Spiel gegen Tunesien verloren ging.

Und trotz Niederlage heute haben wieder viele deutsche Handballfans vor dem TV und teilweise sogar live in der Halle mitgefiebert und waren wieder von ihrer Nationalmannschaft begeistert. Dynamik, Kampfgeist und vorallem Teamgeist haben alle überzeugt und das Handballfieber in Deutschland wieder geweckt.

Es war ein erfrischender Handball den das Team gezeigt hat und damit hat es auch viele Sympathien gewonnen. Viele der Spieler im Kader sind noch jung und ihnen gehört die Zukunft. Man darf nach der gezeigten Leistung gespannt sein was die Zukunft hier für die Handball Nationalmannschaft noch so bringt – so kurz nach der WM darf man glaube ich begründete Hoffnung haben, das diesem Team die Zukunft gehört und wir hier nach durchwachsenen Jahren wieder im Aufschwung sind.

Dem ganzen Team muss man für das was sie geleistet haben ein großes Kompliment aussprechen und es bleibt nur GLÜCKWUNSCH ZU DER LEISTUNG zu sagen. Es war das ganze Team das diese Leistung als Einheit vollbracht hat – aber auch schön zu wissen, dass ein Teil des Teams unser Lokalmatador Steffen Weinhold ist, der auch eine überragende WM gespielt hat und wohl damit auch endgültig in dem Kreis der besten deutschen Handballspieler angekommen ist.

Die Tore auf Seiten des DHB-Teams
S. Christophersen 6/1, C. Theuerkauf 4, D. Klein 4, M. Haaß 3, P. Groetzki 2,
S. Weinhold 2, A. Pfahl 1, K. Schmidt 1/1, P. Wiencek 1

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